Apple macht jetzt einen auf Datenschutz?

Oh, da werden sich die Apple-Jünger aber freuen, denn Apple macht jetzt einen auf Datenschutz. Apple will dem FBI nicht helfen → tagesschau:

Für das FBI geht es um Hinweise auf das Attentat von San Bernardino mit 14 Toten: Die Behörde verlangt von Apple, ihr Zugang zu den verschlüsselten Handydaten eines der Angreifer zu verschaffen. Firmenchef Cook verweigert dies – und fordert eine öffentliche Debatte über Datenschutz.

Apple behauptet auch noch folgendes:

In einem ähnlichen Fall im vergangenen Jahr hatte die Firma einem New Yorker Gericht mitgeteilt, dass es "unmöglich" sei, iPhones zu entsperren, die mit aktuelleren Versionen ihres Betriebssystems laufen.

Und das tolle daran ist, dass jetzt auch die bekannten Datendealer wie Facebook und Twitter, jene also, die bisher immer bereitwillig Behördenanfragen beantwortet haben, Apple unterstützen wollen:

Im Streit mit dem FBI um die Entschlüsselung eines iPhones stellen sich auch Facebook und Twitter auf Apples Seite – und bekunden: Auch wir würden den Behörden nicht helfen, den Code zu knacken. → SpOn

Tolle BR-Aktion! Facebook lässt Behörden auf Anfrage schnüffeln. Das wissen wir seit Snowden. Und Twitter arbeitet auch mit deutschen Behörden zusammen. Das ist hinreichend durch Verhaftungen belegt. Zurück zu Apple. Apple arbeitet natürlich auch mit den Behörden und gibt selbstverständlich Daten raus, wenn dies verlangt wird.

Apple kann iPhones nicht entsperren? Apple Unlocked iPhones for the Feds 70 Times Before → The Daily Beast. Na sowas aber auch. Natürlich gibt es auch mit dem FBI eine Vereinbarung, die Apple zur Herausgabe verpflichtet. Warum also diese Kundenverarsche? Na, deshalb: How Tim Cook, in iPhone Battle, Became a Bulwark for Digital Privacy → NY Times:

Apple had asked the F.B.I. to issue its application for the tool under seal. But the government made it public, prompting Mr. Cook to go into bunker mode to draft a response, according to people privy to the discussions, who spoke on condition of anonymity. The result was the letter that Mr. Cook signed on Tuesday, where he argued that it set a “dangerous precedent” for a company to be forced to build tools for the government that weaken security.

Apple hat das FBI gebeten, sie nicht öffentlich nach einem Hintertürchen zu fragen. Apple hat wohl auch schon herausgefunden, dass sich das geschäftsschädigend auswirken könnte. Obwohl, laut den Umsatzzahlen scheint dies den Abhängigen ohnehin völlig egal zu sein.

Apple hat keine Chance, sich einen Gerichtsbeschluss zu wiedersetzen. Diesen Umstand jetzt auch noch PR-Mäßig auszuschlachten, spricht für diesen Konzern.

Links zum Beitrag:

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8 Gedanken zu “Apple macht jetzt einen auf Datenschutz?

  1. Hä? Ausgerechnet bei Mördern machen die auf Datenschutz? Sind für den völlig durchgeknallt? Wurden die von der NSA bezahlt den datenschutz durch den Schmutz zu ziehen?

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