Windows ist ein Sicherheits-Albtraum

Auf heise gibt es einen mit spitzer Feder geschriebenen Kommentar zum Krypto-Trojaner Locky und dem Windows Sicherheits-Albtraum:

Windows-Anwender leben in Angst: Jeder Klick birgt die Gefahr, das Betriebssystem mit hinterhältigen Viren und Trojanern zu verseuchen. Und dabei könnte alles so viel einfacher sein – Linux ist kostenlos und funktioniert einfach besser. Wer mit seinem Rechner jeden Tag produktiv sein muss, kann es sich eigentlich gar nicht leisten, mit Windows zu arbeiten.

Naja, ganz so schlimm ist es nicht. Linux hat auch seine Probleme; viele Anwendungen sind hoffnungslos veraltet oder erst gar nicht verfügbar. Einige laufen nach einer gewissen Zeit auch nicht mehr… Wine, ein angeblich superschneller Windows-Emulator, der Windows-Software auf Linux verfügbar machen soll, versagt bei Office schon mal völlig. Nee, wer produktiv Arbeiten muss, kommt an Windows nicht vorbei.

Den einzigen Pluspunkt, den ich bei Linux sehe, ist die Datensicherheit inklusive Datenschutz. Beides gibt es unter Windows nicht.

Windows ist eben nur so sicher, wie seine Benutzer/innen. Hat der Nutzer keinen Schimmer, wird es mit Windows immer schlimmer. Gilt übrigens auch für Linux. Wobei man bei Linux schon ein bisschen in die Linuxwelt eintauchen muss, um ein paar Dinge zu regeln, die sonst nicht wunschgemäß laufen würden.

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13 Gedanken zu “Windows ist ein Sicherheits-Albtraum

  1. Hallo,

    grundsätzlich hast du mit deiner Einschätzung recht, dass Linux auch nicht „besser“ als Windows sei. Allerdings sind deine Aussagen zu Aktualität freier Software für mich nicht nachvollziehbar, ebenso wenig die Aussagen zu Office. Es gibt nicht nur MS-Office …
    Ansonsten wäre es auch vorteilhaft, etwas in die „Windows-Welt“ einzutauchen, wenn man damit arbeitet.

    Gruß
    Karsten

    • Zu Office habe ich oben schon etwas geschrieben…

      „Ansonsten wäre es auch vorteilhaft, etwas in die “Windows-Welt” einzutauchen“.
      Genau da liegt ja das Problem: Viele haben überhaupt keine Ahnung und wundern sich dann, wenn sie sich da was auf die Platte nageln, was sie nicht haben wollten.

      Aktualität freier Software: Naja, es gibt Anwendungen unter Linux, die waren in den 90ern aktuell… Es gibt natürlich auch Programme, die aktuell sind. Aber bei speziellen Anforderungen wie z.B. DTP oder CAD, ist man mit Windows besser dran. Nee, kommt mir jetzt nicht mit Scribus…

  2. Ich nutze derzeit einen Double Boot mit Windows 7 und Ubuntu 14.04. Windows für Spiele und anderes und Ubuntu zum arbeiten. Ich finde es etwas hart, zu sagen, man könne mit Linux nicht produktiv arbeiten, weil nicht alle für Windows geschriebene Programme auf der Windows Laufzeitumgebung laufen. Vielmehr sollte man sich nach Alternativen umschauen, wie LibreOffice, das zur Zeit ebenfalls mehr Sicherheiten bezüglich Viren hat als beispielsweise Microsoft Office.

    • Ich stimme dir zu. Zwei Betriebssysteme zu haben ist ein Vorteil.
      Aus der wirtschaftlichen Perspektive betrachtet, ist aber M$ Office Standard und Alternativen wie Libre- oder OpenOffice nicht wirklich verbreitet.
      Klar, man sollte sich Alternativen angucken, denn die Tage von Win 7 sind gezählt. Und danach? Windows 10 ist definitiv kein Ersatz.

      • Da hast du absolut recht, der Verbreitungsgrad von alternativen Office Suiten ist echt etwas dürftig. Aber ich kann dir nicht ganz folgen. Nur weil andere zu Mirosofts Office greifen, bedeutet dies für mich doch nicht das gleiche. Auch die Kompatibilität ist weitgehend gegeben (zugegeben, wenn Viel mit Formatierung gearbeitet wurde, dann sieht das Dokument plötzlich deutlich anderes aus aber ansonsten habe ich die Erfahrung einer souveränen Darstellung. Was also bindet einen?
        Bezüglich Windows 10 gebe ich dir absolut recht, der Datenschutz ist echt mehr als bedenklich.

        • Wer in seinem Beruf mit Office zu tun hat, wird es auch privat nutzen. Und wenn er/sie damit klar kommt, gibt es eigentlich keinen Grund, sich ein alternatives Office zu suchen. Meiner Erfahrung nach haben viele Leute OpenOffice, LibreOffice oder auch M$ Office privat installiert, können damit aber nicht umgehen, weil sie sich damit nicht wirklich befassen. Wir haben in unserer Firma viele Kollegen, denen ich am Anfang z.B. Excel erklären musste, damit sie damit überhaupt arbeiten konnten. Unsere Azubis z.B. haben meistens überhaupt keinen Schimmer von Office, können aber perfekt mit ihrem Smartphone umgehen.
          Solange sich Linux nicht in wirtschaftlichen Bereichen durchsetzt, wird es immer eine Microsoft-Bindung geben. Der Microsoft Marktanteil ist riesig, der von Linux sehr klein. Dieses Verhältnis hat auch Auswirkungen auf den Softwaremarkt.

        • Verstehe ich auch nicht. Keiner meiner Kollegen wurde freiwillig msword nutzen, aber es lässt sich nicht immer vermeiden. Zb Zusammenarbeit mit chef etc. Trotzdem nutzen die privat latex oder libreoffice. Von Gewöhnung hier keine Spur.

          In meiner ehemaligen branche ist es übrigens umgekehrt: viele Features laufen unter Windows nicht oder es gibt gar keinen windows port. Unter linux sind die Installationen der Standardprogramme nahtlos outofthebox.
          Auch cas wie zb matlab ist es ja egal wo du sie installierst. Bei cad bist du natürlich an Windows gebunden 😦 legt daran dass der durchschnittsingenieur nicht viel Ahnung von Computern hat 😦 und daher an Windows arbeiten will. Dumm. Wird sich noch rächen.

          Ich kann dir also wie meine Vorredner nicht wirklich zustimmen.

          • Nee, das hat mit Dummheit nichts zu tun. Wenn jemand ein Programm installiert, erwartet er eigentlich, dass das Teil auch läuft und nicht nach einer gewissen Zeit bzw. nach einem Update sich anders verhält oder auch gar nicht mehr läuft. Habe ich schon öfter erlebt und ich nutze Linux schon lange. Tritt sowas auf, muss man sich also im Netz auf die Suche machen, um den Fehler zu beheben.
            Linux-Nutzer tun das ja auch, Windows-Nutzer hingegen sehen das anders, sie erwarten, dass eine Software läuft. Und sie haben damit völlig Recht.
            Aber egal, jeder soll das Betriebssystem nehmen, mit dem er am besten klar kommt.

  3. Nun gut, dann noch einmal ein Kommentar von mir.
    „Solange sich Linux nicht in wirtschaftlichen Bereichen durchsetzt, wird es immer eine Microsoft-Bindung geben. “ schreibst du und übersiehst, dass Linux sich im „wirtschaftlichen Bereich“ längst durchgesetzt hat. Neben der gern angeführten Infrastruktur des Internets findet man ein Linux heute auf fast jedem TV, Router usw. usf. Linux ist lange ein wirtschaftlicher Faktor, nur – und das wirst du meinen – nicht auf dem Desktop.
    Das hat aber mMn wenig mit „veralteter oder fehlender“ Software zu tun. MS betreibt eine kluge und aggressive Preis- und Marketingpolitik und setzt alles daran, offene Standards – zu deren Verwendung sie zumindest in der EU verpflichtet wären – zu umgehen. Das muss man MS nicht vorwerfen, ist halt ne Firma die Geld verdienen will und sein Quasi-Monopol auf dem Desktop behalten will.
    Ich bin weit davon entfernt „Glaubenskriege“ führen zu wollen, aber die Sicherheitslücken bei Windows ausschließlich auf die weite Verbreitung zurückzuführen, ist mindestens ebenso blauäugig, wie ein Linux per se für sicher zu halten.

    • Ist mir bekannt, aber das kümmert den Privatanwender doch nicht. Im geht es vor allem um ein stabiles, sicheres und aktuelles System, auf dem auch aktuelle Software anstandslos läuft.
      Sicherheit: Ich Nutze ca. seit 8 Jahren Linux und habe bisher keinen Virenschutz o.ä. gebraucht. Unter Windows wird man ohne wahrscheinlich nicht lange arbeiten können. Letztlich aber sitzt das Sicherheitsproblem immer hinterm Monitor.

      • Na ja du springst ein wenig in deiner Argumentation: einmal der „wirtschaftliche Bereich“, jetzt der Privatanwender …
        Die Verbreitung von Windows gerade im privaten Bereich beruht in erster Linie darauf, dass es im Handel kaum Rechner ohne Windows zu kaufen gibt. Selbst Rechner ohne OS sind nicht alltägliche Massenware, aber auch das wirst du wissen …
        Ich habe in den letzten Jahre etliche Personen aus Familie und Freundeskreis an Linux herangeführt. Niemand hatte Schwierigkeiten mit dieser Umstellung …
        Und Windows als stabil und sicher zu bezeichnen ist ja wohl nicht ganz ernst gemeint, oder? Zur aktuellen Software: du hast ursprünglich mit AutoCad und DTP argumentiert, beides wohl eher keine Anwendungen für den „Privatanwender“.
        Wie gesagt, ich will keine Eulen nach Athen tragen, aber die Argumentation pro irgendeines OS ist mir zu indifferent und zu sehr von ideologischen Scheuklappen geprägt.
        Ich kann mir den Luxus leisten, seit Jahren sowohl im privaten als auch beruflichen Umfeld auf Windows verzichten zu können. Das liegt u.a. daran, dass ich nicht mit CAD oder ERP arbeiten muss. Auch im Serverbereich sieht es ähnlich aus: die Umgebung hier besteht bis auf einen ERP-Server ausschließlich aus Linux-Büchsen.
        Wie sehr Microsoft die Gefahr aus der Opensource-Ecke ernst nimmt, kann man im übrigen an der Preispolitik der Redmonder erkennen – vom „geschenkten“ Windows 10 bis hin zur attraktiven Preisentwicklung bei den Office-Produkten auch und gerade für den Privatanwender. Vor einigen Jahren wäre so etwas noch undenkbar gewesen.
        Fazit: ich finde die ideologisch geführten OS-Kriege überflüssig. Meine persönlichen Entscheidungen werden von meinen Bedürfnissen geprägt, die beruflichen von einer möglichst hohen Effizienz und Sicherheit des Systems. Auch und gerade wegen der Sicherheit und Stabilität hat bei mir Linux die Nase vorn.
        Argumente wie „Bastel-OS“ oder „veraltete Software“ sind ideologisch, nicht rational begründet, im übrigen genauso wie „Klicki-bunti“ u.a. Windows-Bashing.

  4. Linux ist was für Bastler 😉 Ich habe Ubuntu & Co eine Zeitlang mit dem Ergebnis getestet, dass ich jetzt wieder mit Windoof arbeite. Unter Linux gibt es ja nichtmal einen brauchbaren Blogclient und Minitube lief auch nur bis zu einem Update und dann nicht mehr. Alternative Officepakete? Sry, aber ein auf Java passierende Office würde ich mir unter Windows schon aus Sicherheitsgründen nicht draufpacken. Och, ich könnte hier noch einiges aufzählen, was mich an Linux stört… Da ist mir der Apfel ja noch lieber, obwohl ich den nicht ausstehen kann.

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