Schönes Datenleck beim Kölner Verlag DuMont

Wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, wie gut Verlage den Datenschutz beherrschen:

Die DuMont-Mediengruppe hat ein ernstes Problem. In der Nacht zum Sonntag gingen die Webseiten sämtlicher Medien des Kölner Verlags offline. Stattdessen stand etwas ganz anderes im Netz: zehntausende Nutzerdaten von Abonnenten und Nutzern. Ein interner Server war plötzlich frei zugänglich geworden. → Welt

Naja, wenn die Daten ja verschlüsselt sind, ist es kein so großes Problem, wenn sich auf dem Server mal eben fünf Stunden lang irgendwelche User zum Datensaugen treffen:

Die Daten sind nicht einmal einfach verschlüsselt, geschweige denn gegen Entschlüsselungsversuche gesichert – stattdessen stehen die Nutzerdatenbanken der einzelnen Webseiten des Verlags mit internen Abonummern, Nutzernamen, Passwörtern im Klartext, Klarnamen sowie Emailadressen in Form von Excel-lesbaren .csv-Dateien auf dem Server. → Welt

Wow! Toller Datenschutz, den DuMont da bietet! Der Verlag selbst sieht sich natürlich als Opfer eines äußerst fiesen Hacker-Angriffs. LOL!!! Wer seine Daten ungeschützt durch eine Panne selbst in Netz stellt, kann wohl kaum von einem Hackerangriff faseln. Ab vier Uhr morgens war das Datenleck bekannt und der Link zum System wurde fleißig in den sozialen Netzwerken und Foren geteilt. Natürlich werden sich viel User die Daten geholt haben, sie waren ja frei zugänglich.

Wer so doof war, seine Daten an einer der folgenden Zeitungen weiterzugeben, sollte umgehend seine Passwörter ändern:

Der Verlag verantwortet den Kölner Express, die Kölnische Rundschau, die Berliner Zeitung, den Berliner Kurier und das Berliner Abendblatt, die Hamburger Morgenpost sowie die Mitteldeutschen Zeitung. → Welt

Wer seine Daten nicht selbst schützt, hat eben keinen Datenschutz. Achja, immer schön brav der Forderung der Online-Medien folgen und AdBlocking deaktivieren. Wäre doch echt schade, wenn ihr die nächste Trojanerwelle versäumen würdet.

Nebenbei: Wer haftet eigentlich für Folgeschäden, die eventuell bei den Kunden der DuMont-Gruppe entstehen? Ja, natürlich die Kunden selbst.

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